Renteninformation

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Für die Berechnung der individuellen Rente sind die Rentenpunkte des Mitglieds der gesetzlichen Rentenversicherung ausschlaggebend. Die Rentenversicherung vergibt Rentenpunkte unter Berücksichtigung verschiedener Rahmenbedingungen. Um die Ansprüche, die Mitglieder der Rentenversicherung gegenüber dieser haben, berechnen zu können, wird eine sehr komplexe Formel verwendet.

Die Entgeltpunkte, wie die Rentenpunkte auch bezeichnet werden, gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der Rentenberechnung. Die Bezeichnung Rentenpunkt hat sich in den vergangenen Jahren vordergründig in der Umgangssprache durchsetzen können. Ist ein Arbeitnehmer zum durchschnittlichen Bruttogehalt ein Jahr lang in einem sozialversicherungspflichtigen Tätigkeitsfeld angestellt, erhält er von der Deutschen Rentenversicherung einen Rentenpunkt gutgeschrieben.

Das durchschnittliche Bruttogehalt kann von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. 2008 lag es beispielsweise nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bei insgesamt 30.084 Euro. Mitglieder der Rentenversicherung haben, wenn sie einen vollen Rentenpunkt haben, lebenslang einen Anspruch auf eine monatliche Rentenzahlung in Höhe von insgesamt 27,20 Euro.

Damit eine Zahlung der Rente möglich ist, reichen die Rentenpunkte an sich nicht aus. Es müssen grundsätzlich auch alle anderen Voraussetzungen erfüllt werden. Hierzu gehört beispielsweise das Erreichen des Renteneintrittsalters. In den neuen Bundesländern ist das Durchschnittsentgelt, das für die Rente ausschlaggebend ist, geringer. Allerdings haben die neuen Bundesländer zuletzt auch von stärkeren Anpassungen profitiert.

Vergabe der Rentenpunkte

Die Vergabe der Rentenpunkte erfolgt individuell unter Einhaltung der jeweiligen Rahmenbedingungen. Neben dem persönlichen Einkommen spielen beispielsweise auch Kinderziehungszeiten sowie das Studium eine Rolle. Rentenpunkte werden von der Deutschen Rentenversicherung auch für andere Zeiten vergeben.

Damit die Mitglieder der Rentenversicherung genauestens nachvollziehen können, wie viele Rentenpunkte sie besitzen, erhalten sie jedes Jahr eine individuelle Mitteilung. Aus dieser kann schließlich abgelesen werden, wie viele Rentenpunkte bereits erfolgreich gesammelt wurden.

Bei der Vergabe der Rentenpunkte werden die Zeiten aus Schule und Studium dann rentenrechtlich berücksichtigt, wenn das 17. Lebensjahr abgeschlossen wurde. Dabei werden aus maximal drei Jahren von der Rentenversicherung je Schul- oder Studienjahr insgesamt 0,75 Punkte berücksichtigt. Damit können aus diesen Zeiten maximal 2,25 Rentenpunkte gesammelt werden.

Ausbildung und Bundesfreiwilligendienst

Auch die Zeiten, die für die Berufsausbildung genutzt werden, fließen in die Vergabe der Rentenpunkte ein. Bis zu einem Alter von 25 Jahren werden sämtliche Ausbildungszeiten von der Rentenversicherung erfasst. Dabei gilt der gleiche Rahmen wie beim Studium. Maximal werden drei Jahre berücksichtigt, wobei pro Jahr 0,75 Punkte gewährt werden. Während der Ausbildung können demnach maximal 2,25 Rentenpunkte gesammelt werden.

Rentenrechtliche Ansprüche ergeben sich des Weiteren auch aus den Zeiten, in denen Bundesfreiwilligendienst geleistet wird. Gleiches gilt für diejenigen, die ursprünglich Zivil- oder Wehrdienst bestritten haben. Berücksichtigt wird von der Rentenversicherung maximal ein Zeitfenster von neun Monaten. Dabei wird den Versicherten ein fiktiver Verdienst zu Grunde gelegt. Er macht 60 Prozent des Durchschnittseinkommens aus. Für diese Zeit erhalten sie maximal 0,45 Rentenpunkte.

Kinderziehung und Arbeitslosengeld I

Das Arbeitslosengeld II wird seit den letzten Reformen der Bundesregierung nicht mehr in der alten Form berücksichtigt. Zeiten, in denen Arbeitslosengeld I gezahlt wurde, fließen in die Vergabe der Rentenpunkte ein. In diesem Fall geht die Rentenversicherung von 80 Prozent des letzten Bruttoeinkommens des Mitglieds aus. Es wird als fiktiver Verdient für die Berechnung der Rentenpunkte zur Hand genommen.

Grundsätzlich werden in Deutschland auch Kinderziehungszeiten bei den Rentenpunkten berücksichtigt. Dabei werden unterschiedliche Parameter in die Vergabe einbezogen. Entscheidend ist beispielsweise auch die Anzahl der Kinder.

Grundlagen der Rentenberechnung

Die Rentenpunkte bilden stets die Grundlage der Rentenberechnung. Grundsätzlich werden volle Rentenpunkte nur dann gutgeschrieben, wenn das eigene Gehalt im Bundesdurchschnitt liegt. Liegt es dagegen darunter, werden keine vollen Rentenpunkte gewährt. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen ist auf Bundesebene in den letzten Jahren permanent gestiegen. Wenn Mitglieder der Rentenversicherung dauerhaft einen vollen Rentenpunkt sammeln möchten, müssen sie ebenfalls eine Einkommenserhöhung verzeichnen können. Liegt das eigene Bruttoeinkommen über dem Durchschnitt, wird von der Rentenversicherung mehr als ein Rentenpunkt gutgeschrieben.

Grundlegend handelt es sich bei den Entgeltpunkten immer um die zentrale Werteinheit, mit der die Rentenversicherung arbeitet. Da einheitliche Einkommensverhältnisse zwischen Ost und West in Deutschland noch nicht geschaffen sind, wird auch bei den Rentenpunkten stets mit unterschiedlichen Werten gerechnet. Durch die Berechnung mit sogenannten Entgeltpunkten wird unter anderem sichergestellt, dass die gezahlte Rente stets einkommensbezogen ist.

Durch die Vergabe der Rentenpunkte wird ausgedrückt, welches Verhältnis zwischen individuellem Einkommen und bundesweitem Durchschnittseinkommen herrscht. Dabei wird jedes Kalenderjahr individuell betrachtet. Durch die Entgeltpunkte wird also immer die relative individuelle Einkommensposition verdeutlicht. Gleichzeitig ermöglichen die Entgeltpunkte aber auch die Zahlung lohndynamischer Renten.

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